Aus Presse, Funk und Fernsehen erfahren wir täglich neue Horrormeldungen über die Dürrekatastrophe und deren Auswirkungen am Horn von Afrika. Auch Kenia ist davon betroffen. Neben den eigenen Problemen kommen auf das Land die vielen hunderttausenden Flüchtlinge aus den nördlichen Nachbarstaaten, insbesondere aus Somalia dazu.

Auch das von uns betreute Dorf Jorori ist betroffen, die Regenhäufigkeit ist stark zurückgegangen und die Ernten fallen immer dürftiger gegenüber den letzten Jahren aus. Die Dürrekatastrophe wirkt sich natürlich stark auf das Angebot von Lebensmittel und die Preise aus. Diese sind für die Grundnahrungsmittel bis heute um 300 % gestiegen. 2 kg Maismehl kosteten vor einem halben Jahr noch 0,50 Euro, heute 1,50 Euro. Diese Preissteigerung betrifft alle Lebensmittel und bedeutet, dass sich die Menschen diese nicht mehr leisten können und somit genau wie die Leute im Norden des Landes von einer Hungersnot bedroht sind. Unser Mann vor Ort Jinja Swalehe hat uns geschrieben, dass die Menschen derzeit nur schwer überleben. Eine länger anhaltende fehlende Grundernährung wird die Krankheitsrate und Todesrate wieder erhöhen.

Deshalb haben wir kurzfristig für die Menschen in Jorori eine Nothilfe-Aktion gestartet. Über E-Mail und einer Anzeige im Gemeindeblatt haben wir von der Situation und unserer Hilfsaktion informiert und innerhalb weniger Tage so viel Spendengelder erhalten, dass wir sofort Jinja beauftragen konnten, Grundnahrungsmittel wie Reis und Bohnen zu besorgen.

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Er hat mit Hilfe des Chairman die Menschen aus Jorori bei der Schule versammelt und die Lebensmittel portioniert an jedes Kind, jede Frau und jeden Mann von Jorori verteilt. Mit dieser Aktion in einem Wert von 900 € haben wir den Menschen eine direkte, schnelle und kurzzeitig wirksame Hilfe zukommen lassen, mit der sie für den Augenblick ihre Familien mit Nahrung versorgen können. Um den Menschen in ihrer Hungersnot zu helfen, müssen jedoch mehrere derartige Nothilfen stattfinden. Wir werden daher noch weitere Nahrungsmittel-Aktionen starten und bitten Sie weiterhin um Ihre Unterstützung.

Bei unserer anstehenden Reise Anfang September nach Kenia werden wir uns direkt vor Ort von der Situation ein Bild machen.

Unser Ziel dort wird es sein, mittelfristig ein nachhaltig wirkendes Projekt einzurichten, dass es den Menschen dort ermöglicht, sich und ihre Dorfgemeinschaft mit Grundnahrungsmittel unabhängiger vom Markt zu machen. Mit diesem “Hilfe zur Selbsthilfe-Projekt” werden wir der Dorfgemeinshaft eine Möglichkeit schaffen, Getreide, Mais, Maniok und Bohnen selbst anzubauen, und sich somit eine eigenständige Versorgung zu sichern. Dieses Projekt werden wir gemeinsam mit unserer Afrika-Organisation “Initiative Leben leben Poultry Farming” vor Ort steuern, betreuen und kontrollieren.