letztes Jahr konnte Hamadi „coronabedingt“ nicht nach Kenia reisen. Dieses Jahr jedoch, geimpft und getestet, konnte er im August/September für 2 Wochen in seine Heimat reisen und endlich auch seine Mutter und Geschwister wieder besuchen.
Zurück aus Kenia hat uns Hamadi viele Fotos und Informationen mitgebracht. Er hat alle von uns unterstützten Kinder und Jugendliche getroffen – sie gehen regelmäßig zur Schule, zum College oder sind in der Ausbildung.


Auch zwei Mädchen, die schwanger waren, können ihre Schulausbildung beenden, da die Oma auf alle ihre Enkel aufpasst.
Es ist schön zu sehen, dass sich einige Mädchen nicht nur eine Ausbildung zur Näherin, sondern auch eine Ausbildung als Sekretärin, Chefköchin, Elektrikerin und Mechanikerin zutrauen, einige sind selbstsicher genug, um Lehrerin und Erzieherin/bzw. Vorschullehrerin zu studieren. Hamadi hat mit Lehrern und Schuldirektoren über eventuelle Probleme gesprochen und noch einmal rechtzeitige Unterstützung durch Nachhilfe vereinbart. Die Primary-Schule in Jorori ist nicht sehr gut und die Kinder haben vor allem in Englisch große Mängel. In der Secondary School ist Englisch jedoch die Unterrichtssprache und die Kinder haben somit große Schwierigkeiten dem Unterricht zu folgen. Zwischen dem Abschluss der Secondary-School und dem Beginn auf dem College oder der Polytechnic-School entsteht immer ein gewisser zeitlicher Leerlauf, da die Kinder lange auf ihre Ergebnisse warten müssen. Für diese Zeit bieten wir den Jugendlichen einen Computerkurs an, das erreichte Fachwissen können sie sehr gut für die weitere Ausbildung gebrauchen.

Hamadi hat uns eine lange Liste mit Namen übergeben von Kindern und Jugendlichen, die zu Hause sind und für die kein Geld vorhanden ist um zur Schule zu gehen, (verursacht durch die Situation der Pandemie) und auch über solche, die seit Jahren keine Chance auf einen Schulbesuch haben – ebenso von jungen Frauen, die gerne eine Ausbildung machen würden und von Witwen mit ihren Kindern, die kein Dach über dem Kopf und zu wenig zu essen haben – sie alle erhoffen sich Hilfe von uns.
Wie auch aus den Nachrichten bekannt, ist die Ernährungslage in Kenia sehr schwierig – Hamadi hat sich davon vor Ort überzeugen können und kam sehr betroffen zurück. Wir werden alles Mögliche unternehmen, um vielen Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen und Familien mit Lebensmitteln zu unterstützen.
Wir freuen uns sehr, dass Hamadi neben seinem Bruder Juma nun auch seine Schwester Fatuma zur Mitarbeit in unserem Verein gewinnen konnte. Sie ist Lehrerin in einer Secondary-School in Ukunda. Sie wird sich vor allem um die Mädchen und jungen Frauen kümmern und ihnen bei der Lösung ihrer Probleme Hilfestellung leisten. Unter anderem soll sie die Mädchen auch in der letzten Klasse der Primary School und der Secondary School treffen, ihre Fragen beantworten und sie bezüglich der Notwendigkeit einer guten Ausbildung für ein selbstbestimmtes Leben einer Frau beraten und überzeugen.
Das Projekt, in dem wir begonnen haben, Witwen eine Nähausbildung zu ermöglichen und eine Nähmaschine zu kaufen, schenkt den Frauen eine hoffnungsvolle Zukunftsperspektive – Hamadi hat einige besucht und uns freudig über den Erfolg berichtet.

Auch zur Unterstützung der Witwen mit ihren Kindern haben wir das Projekt „Saatgutpaket“ begonnen. Die Frauen, die die Möglichkeit haben, auf einem kleinen Stück Land etwas anbauen zu können, bekommen dafür benötigtes Werkzeug, Saatgut und evt. Dünger.


Immer wieder ist es uns durch besondere Spenden möglich einzelne Familien in besonderem Maße zu unterstützen wie zum Beispiel die Witwe Fatuma Ali mit ihren 5 Kindern. Die Familie hatte keine eigene Hütte sondern lebte bei Verwandten auf dem Grundstück eines Nachbarn, der sie sehr unter Druck setzte.
Wir konnten ihr eine eigene Hütte bauen (sogar mit Solar-Licht!). Keines ihrer Kinder konnte zur Schule gehen. Alle Kinder gehen nun zur Vorschule und Primary-Schule und Fatuma Ali macht eine Nähausbildung.
Sie ist sehr fleißig und wir haben ihr eine Nähmaschine gekauft, mit der sie in ihrem neuen Zuhause fleißig übt und schon kleine Teile näht und verkauft.